04.12.2012

Internationaler Tag des Ehrenamtes

Gedanken zum Tag des Ehrenamts am 5. Dezember vom THW-Bundessprecher und THW-Ortsbeauftragten für Sinzig, Frank Schulze.

THW-Bundessprecher und THW-Ortsbeauftragter für Sinzig Frank Schulze

Der Internationale Tag des Ehrenamts ist ein jährlich am 5. Dezember abgehaltener Gedenk- und Aktionstag zur Anerkennung und Förderung ehrenamtlichen Engagements. Er wurde 1985 von der UN mit Wirkung ab 1986 beschlossen.

Die Frankfurter Sonntagszeitung hatte letztes Jahr einen Artikel im Wirtschaftsteil mit der Überschrift

„Warum engagiert sich fast jeder Dritte in Deutschland ehrenamtlich?“

-“Einfache Antwort – weil es ihrem Leben einen Sinn gibt!“

An die 1,7 Millionen Bürgerinnen und Bürger engagieren sich in Deutschland freiwillig im Bevölkerungsschutz,  Davon über 1 Million bereits in den Feuerwehren. Das THW zählt zurzeit mehr als 80.000 Helferinnen und Helfer, einschließlich über 15.000 Jugendlichen. In unserem  Ortsverband in Sinzig sind es über 50 aktive Helferinnen und Helfer, zuzüglich der 25 Angehörigen der Jugendgruppe, den Reserve- und Althelfern. Würde ich eine Befragung im Ortsverband machen warum unsere Helferinnen und Helfer zum THW gekommen sind und warum sie beim THW bleiben, würde ich vor allem folgende drei Argumente bekommen:

  1. Spaß an der Technik.
  2. Das gute Gefühl anderen helfen zu können.
  3. Und vor allem die Kameradschaft.

 

Wer Spaß hat, ob  bei uns im THW, der Feuerwehr  und den anderen Organisationen im Bevölkerungsschutz  der erzählt davon und begeistert andere. Angefangen im Familien- und Verwandtenkreis, am Arbeitsplatz und der Nachbarschaft.

Mund zu Mund  Propaganda ist die effektivste Werbung für uns. Über 90 % unserer Helferinnen und Helfer  kamen durch Ansprache einer begeisterten Helferin oder Helfers. Auffällig ist auch die hohe Anzahl der Helferinnen und Helfer die aus einer Familie stammen.

Letzten Samstag wurde im Sinziger Schloss die vierte Ehe innerhalb von 3 Jahren geschlossen, bei der Braut und Bräutigam aktiv im Ortsverband Sinzig tätig sind. Dazu passte dann auch, dass der Standesbeamte ehemals ebenfalls Helfer im Ortsverband Sinzig war.

Dazu ist zu ergänzen, dass zunächst der Bräutigam bei uns anfing. Dann bracht er seine Freundin mit, die letztes Jahr ihre Grundausbildung erfolgreich absolvierte und diese dann dieses Jahr ihre Schwester mitbrachte, die nun auch Helferin bei uns ist.

Ich war letzte Woche in Berlin. Das THW aus Rheinland-Pfalz hatte zusammen mit der Feuerwehr aus Frankenthal  zwei Weihnachtsbäume nach Berlin gebracht, die vor der Landesvertretung Rheinland-Pfalz und im Kanzleramt aufgestellt wurden. Desgleichen erfolgten aus anderen Bundesländern der Transport und die Aufstellung durch das THW unter anderem vor den Landesvertretungen Baden-Württemberg und Hessen, dem Bundesrat und dem Polizeipräsidium.

Alle eingesetzten Helferinnen und Helfer hatten sich für die Fahrt nach Berlin und zurück Urlaub genommen. Zahlreiche Abgeordnete aus Landtagen und dem  Bundestag waren zu den Übergaben der Weihnachtsbäume gekommen.  Die besondere Bedeutung der ehrenamtlichen Tätigkeit im Bevölkerungsschutz wurde von vielen Rednern gewürdigt.

Wir erwarten für unsere Tätigkeit keine Bezahlung. Wir brauchen aber die  Anerkennung und Unterstützung unserer ehrenamtlichen Tätigkeit, angefangen in der eigenen Familie, am Arbeitsplatz durch Kollegen und Vorgesetzte, auch durch die Gesellschaft, einschließlich der Politik auf allen Ebenen. Ohne die Unterstützung kann keine nachhaltige Arbeit geleistet werden.

Besonders in der Zukunft sind wir auf eine breite Unterstützung angewiesen.

Unsere Gesellschaft verändert sich. Die Möglichkeiten die Freizeit zu gestalten haben sich vervielfacht, der demografische Wandel wird dazu führen dass immer weniger Menschen  im Arbeitsprozess stehen und Steuern zahlen werden. Schon heute haben alle Organisationen am Tag Schwierigkeiten die Einsatzbereitschaft  in etlichen Regionen Deutschlands sicher zu stellen.
Die Anzahl der Neueintritte in die Organisationen geht zurück.

Mehr als in der Vergangenheit sind wir bundesweit auf neue Helferinnen und Helfer angewiesen. Ich bin mir sicher, dass es uns in Sinzig  gelingen wird, denn unsere Helferinnen und Helfer sind die besten Werber.

Und noch ein Argument für den Eintritt:

Es gibt Untersuchungen, dass  ehrenamtlich engagierte Menschen ein höheres Alter als der Durchschnitt ihres Jahrgangs erreichen.


  • THW-Bundessprecher und THW-Ortsbeauftragter für Sinzig Frank Schulze

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