Chronik
Die Geschichte des Technischen Hilfswerks beginnt am 22. August 1950. An diesem Tag legten der damalige Bundesinnenminister Gustav Heinemann und Otto Lummitzsch mit der Vereinbarung zur Aufstellung eines zivilen Ordnungsdienstes den Grundstein für das heutige THW.
Zwanzig Jahre später, im Jahr 1970, wurde auf Initiative von Jakob Broetz in Sinzig ein THW-Stützpunkt gegründet. Nur ein Jahr darauf, 1971, entstand daraus der offizielle Ortsverband Sinzig. Die erste Unterkunft bestand aus lediglich zwei einfachen Räumen in der alten Schule am Kirchplatz – dem heutigen Rathaus. In diesem Gründungsjahr wurde auch Leo Exius zum ersten Ortsbeauftragten ernannt. Er leitete den Ortsverband bis 1977.
Schon 1972 zog der Ortsverband in eine neue Unterkunft in der Koblenzer Straße um, die schließlich im Jahr 1975 offiziell an den Ortsverband übergeben wurde. In diesem Zeitraum übernahm Karl Stern das Amt des ersten Zugführers.
Nach dem Ausscheiden von Leo Exius 1977 übernahm Eckard Hoffmann die Verantwortung als Ortsbeauftragter. Zu dieser Zeit waren der Borgward und der Hanomag die ersten Fahrzeuge des Ortsverbandes und zählten schnell zum vertrauten Bild. Im Jahr 1981 trat Peter Ludwig die Nachfolge als Zugführer an.
Ein bedeutender Schritt für die Nachwuchsarbeit erfolgte in den 1980er Jahren mit der Gründung einer Jugendgruppe. Sie entwickelte sich stetig weiter und bildet bis heute eine wichtige Säule für die Helfergewinnung im Ortsverband. Viele aktive Helferinnen und Helfer haben ihren Weg im THW bereits in der Jugendgruppe begonnen.
1987 übernahm Frank Schulze das Amt des Ortsbeauftragten. Er leitete den Ortsverband bis 2024. In dieser Zeit war er ebenfalls als Landes- und Bundessprecher gewählt. Ab dem Folgejahr war der Ortsverband über viele Jahre hinweg regelmäßig beim Truck Grand Prix am Nürburgring im Einsatz. Besonders bei den abendlichen Konzerten sorgten die Einsatzkräfte für eine zuverlässige Beleuchtung der Rettungswege – ein jährlicher Großeinsatz, der bis ins Jahr 2022 fest zum Jahreskalender gehörte.
Einen besonderen Einsatz erlebte der Ortsverband 1989, als Geflüchtete aus der ehemaligen DDR versorgt werden mussten, wobei der Ortsverband die Katastrophenschutzschule des Bundes in Ahrweiler, heute BABZ, unterstützte. Zwei Jahre später, 1991, wurde Rainer Odenthal zum neuen Zugführer ernannt. In den Jahren 1993 und 1995 leisteten die Helfer wichtige Arbeit bei den Rheinhochwassern in Remagen, Bad Breisig, Oberwinter und Rolandseck. Die Aufgaben reichten vom Pumpen über den Personentransport bis hin zur logistischen Unterstützung auf der B9.
Im Jahr 1995 trat Oliver Gansen das Amt des Zugführers an. Im Rahmen eines bundesweiten THW-Neukonzepts wurde im selben Jahr aus dem bisherigen Bergungszug der neue Technische Zug mit Zugtrupp, zwei Bergungsgruppen und einer Fachgruppe Wassergefahren gebildet.
Ein großer Meilenstein in der Infrastruktur war der Bau der heutigen Unterkunft im Mosaikweg, der zwischen 1998 und 2000 erfolgte. Mit dem Einzug und der feierlichen Einweihung im Jahr 2000 begann ein neues Kapitel in der Geschichte des Ortsverbands.
Auch überregional war der OV aktiv: So waren Helferinnen und Helfer im Jahr 2002 sowie 2013 bei den schweren Hochwassern an der Elbe im Einsatz.
Im Jahr 2012 bekam der Ortsverband Besuch von einer Gruppe ehrenamtlicher Helfer aus Tunesien und bildete diese im Katastrophenschutz aus. Daraus entwickelte sich eine enge Zusammenarbeit, bei der einige Helfer des Ortsverbandes beim Aufbau eines ehrenamtlichen Zivil- und Katastrophenschutzes in Tunesien über mehrere Jahre unterstützten.
Auch in anderen Ländern der Welt waren Sinziger Helferinnen und Helfer im Laufe der Jahre bei internationalen THW-Einsätzen gefragt. Sie unterstützen unter anderem in Äthiopien, Burkina Faso, Indonesien, Japan, Libanon, Mexiko, Nordirland und den ehemaligen GUS-Staaten.
2014 wurde Daniel Gronwald zum Zugführer berufen. Ein Jahr später half der Ortsverband beim Aufbau und Betrieb von Flüchtlingsunterkünften. In Folge neuer Anforderungen wurde 2019 die bisherige zweite Bergungsgruppe in die Fachgruppe Notversorgung und Notinstandsetzung umgewandelt.
Über all die Jahre hinweg war der Ortsverband auch bei vielen Starkregenereignissen im Kreis Ahrweiler im Einsatz. Der bislang größte und prägendste Einsatz ereignete sich im Jahr 2021: die Flutkatastrophe im Ahrtal. Viele Helferinnen und Helfer waren selbst betroffen und standen dennoch unermüdlich im Einsatz. Allein in den ersten zwei Wochen nach dem 14. Juli leisteten die Helfer des Ortsverbandes ca. 6.000 Stunden. Nach der Phase des Sandsack Verbaus und der Menschenrettung verlagerte der Ortsverband seinen Einsatzschwerpunkt auf die Themen Logistik und Widerherstellung der Infrastruktur. Diese Zeit, wirkt bis heute nach und hat den Zusammenhalt im Ortsverband noch stärker gemacht.
Seit dem Jahr 2024 steht Fabian Simanzik dem Technischen Zug als Zugführer vor. Daniel Gronwald übernahm im selben Jahr das Amt des Ortsbeauftragten. Gemeinsam mit der stellvertretenden Ortsbeauftragten Rebecca Siegsmund, führen die Drei als Team den Ortsverband in die Zukunft.
Die Geschichte des THW im Überblick
Gegründet wurde das THW am 22.08.1950. Die Ursprünge gehen jedoch bis 1919 auf die damalige Technische Nothilfe (TN) zurück. Die THW historische Sammlung hat hierzu den Kurzüberblick einer sehr ereignisreichen und bewegten Geschichte zusammengestellt.

